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Erhöhte steuerbegünstigte Arbeitgeberbeiträge zur Rente ab 2018
erstellt am: 28.01.2018

Erhöhte steuerbegünstigte Arbeitgeberbeiträge zur Rente ab 2018

Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 sind die Höchstbeträge für steuerbegünstigte Arbeitgeberbeiträge zur betrieblichen Altersversorgung erhöht worden.

Statt 4 % können Arbeitnehmer nunmehr bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung steuerbegünstigt in die eigene Rente investieren.

Die Zahlung von Gehalt führt beim Arbeitnehmer grundsätzlich zu steuerpflichtigen Einnahmen. Das gilt auch für Beiträge des Arbeitgebers zur einer kapitalgedeckten Altersversorgung des Arbeitnehmers, wenn diese in den Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionsfonds oder Pensionskasse stattfindet. § 3 Nr. 63 EStG bietet Arbeitgebern ausnahmsweise die Möglichkeit, an ihre Arbeitnehmer steuerfreie Beiträge zum Aufbau einer solchen kapitalgedeckten Altersversorgung zu zahlen. Bis 31.12.2017 waren Beiträge des Arbeitgebers nur bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze zur allgemeinen Rentenversicherung steuerfrei (entsprach EUR 3.048,00 jährlich). 

Seit 1. Januar 2018 ist diese Grenze auf 8 % angehoben worden, zusätzlich stiegen auch die Beitragsbemessungsgrenzen für die allgemeine Rentenversicherung. Pro Jahr können nunmehr bis zu EUR 6.240,00 (Angabe gültig für 2018) steuerfrei in die o.g. Durchführungswege zum Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung investiert werden. Dieser Betrag gilt für den gesamten Veranlagungszeitraum, d.h. es können auch am Jahresende - in Absprache mit dem Arbeitgeber - noch fehlende Beiträge steuerfrei gezahlt werden. 

Die Sozialversicherungsfreiheit dieser Arbeitgeberbeiträge bleibt hingegen auf 4 % begrenzt, das entspricht derzeit EUR 3.120,00 pro Jahr. Die einschlägige Vorschrift der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) wurde nicht mitgeändert.

Ob die erhöhten Steuerfreibeträge für Arbeitgeberbeiträge zur betrieblichen Altersversorgung in Zeiten der Niedrigzinsphase zur Ankurbelung der Versicherungswirtschaft führen werden, bleibt abzuwarten. Regelmäßig nutzen Versicherungsunternehmen Steuervorteile als Verkaufsargument, um ihre Angebote mit Niedrigverzinsung attraktiver erscheinen zu lassen. Sicher sind in jedem Fall die Abschluß- und Verwaltungskosten des Versicherungsunternehmens. Ob aber auch die anfänglich gewährten Steuervorteile auf Dauer Bestand haben, liegt im freien Ermessen des jeweiligen Gesetzgebers. 

Praxistip:

Im Fall der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses häufig unberücksichtigt bleibt die Möglichkeit, eine für den ausscheidenden Arbeitnehmer attraktive Variante der Beitragszahlung zu wählen. Hier bietet § 3 Nr. 63 EStG die Möglichkeit, zusätzlich bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze zur allgemeinen Rentenversicherung x Anzahl Kalenderjahre der Beschäftigung (max. 10) steuerfrei - aber nicht sozialversicherungsfrei - als Arbeitgeberbeitrag zu zahlen. Gerade wenn der Arbeitnehmer ältere Direktversicherungsverträge sein eigen nennt, kann dies ein attraktiver Baustein von Abfindungsverhandlungen werden.